Montag, 1. April 2013

Universum

Allumfassend soll unser Denken sein. Keine Einschränkungen, keine Vorurteile! Nüchtern wollen wir über Alles reden und uns keine Scheuklappen anlegen.

6 Wochen Afrika!

6 Wochen Afrika
Togo
Kürzlich wurde ich nach Togo entsandt, wo ich die Verwaltung einer Kleinstadt mit ca. 40.000 Einwohnern im Norden des Landes und ein Büro für Kommunalservice beraten sollte. Zunächst ging die Reise in die Hauptstadt Lomé, mit knapp ca. 800.000 Einwohnern. Begleitet wurde ich von einem örtlichen Partner.
Morgens um 1/2 8 ist die Hauptstadt Lomé total belebt, vor allem von Motorradfahrern, darunter auch viele Moto-Taxis, natürlich ohne Helm. Zuerst machen wir einen Besuch beim Deutschen Botschafter. Wir fahren in den Hof eines gut gesicherten Gebäudes. Der Wagen wird auch von unten mit Spiegeln besichtigt. Handys sind abzugeben. Der freundliche Botschafter, Joseph Weiss, ca. 50 Jahre alt, empfängt uns und führt uns in die Denkweise der heimischen Verwaltung ein. Eine Verwaltungsstruktur sei fast nicht vorhanden.
Nachmittags wollen wir eine Stadtrundfahrt in Lome machen. Es ist heiß, daheim liegt Schnee! Mein Begleiter kommt erst um 18.30 Uhr – mit dem Motorrad!  Auf dem Sozius geht es durch die Hauptstadt Lomé - einem großen Dorf. Bei Dunkelheit führt er mich in seine Kirche. Die Kirche ist  ein Rohbau; Gottesdienst wird unter einem Wellblechdach auf Holzpfosten gehalten. Es wird laut gebetet, viele bringen ihre Anliegen vor. Mein Begleiter sagt, dass wir anderntags mit dem Bus in den Norden fahren wollen. Die ganze Gemeinde betet für uns. Alle geben uns die Hand. Mein Begleiter wohnt um die Ecke. Ich bin bei seiner Familie zum Couscous eingeladen.
Morgens um 7 nehmen wir in einem gepflegten Bus Platz. Er ist genagelt voll. Das Gepäck wird verstaut.
Auch der Notausstieg wird vollgestopft und vertaut. Eine stattliche Dame kommt pünktlich mit zwei nett dekorierten kleinen Mädchen. Sie findet keinen Platz. Lautstark erkämpft sie sich ihn, sie hat je bezahlt.
Die Hauptstadt wird verlassen. Man sieht kaum Industrie. Zunächst wird für die zweispurige Asphaltstraße Maut bezahlt. Der Fahrer fährt zügig aber rücksichtsvoll. Es ist relativ wenig Verkehr. Keine Schlaglöcher. Es geht hinaus auf das flache Land. Buschlandschaft mit wenig Feldern. Die Dörfer sind überwiegend Selbstversorger: Bananenstauden, Orangen, Palmen, Zuckerrohr, Teakholz-Stauden.
Mir scheint, in den Dörfern sind mehr Kirchen als Schulen. Auch Moscheen gegenüber von christlichen Kirchen. Nur noch Hütten, mit Wellblech oder Binsen gedeckt, sind zu sehen. Im Bus ist es ganz ruhig. Es wird kaum gesprochen. Das Baby schläft schon 2 Stunden. Die elegante Mama spielt mit dem Rosenkranz, der Vater mit dem Tablet-PC. Bei einem Stop mit Einbahnverkehr spürt man plötzlich die Hitze, die draußen ist. An der Straße: eine ehemalige Textilfabrik; sie ist geschlossen, die Konkurrenz aus China war zu stark, oder war sie zu schlecht organisiert? Ein Stop in Atakparama. Es gibt Bananen, Eier, Avocados. Die Bananen schmecken köstlich.

Busstop in Atakpame


Nach 10 Minuten hupt der Fahrer zum Weiterfahren. In diesem Ort hatte die deutsche Kolonialverwaltung ihren 2. Sitz; es gibt auch einen deutschen Friedhof.
Felder mit Zuckerrohr und plötzlich eine moderne Fabrik, aluminiumverkleidet. Es ist eine chinesische Zuckerraffinerie!
Nach 5 Stunden Fahrt, die Kinder sind noch immer ruhig, kommen wir in der Provinzhauptstadt Sokodé an. Wir reservieren ein Taxi und essen zu Mittag. Hier, in der überwiegend moslemischen Stadt, gibt es keinen Alkohol. Dann steigen wir in unser Taxi; es ist das verratzteste Auto, mit dem ich je gefahren bin! Wir fahren noch zu der von Deutschen ca. 1965 erbauten Ingenieurschule, die auch mal wieder einer Verschönerung bedürfte.
Hauptstraße in Sokodé

Dann geht es auf einer asphaltierten Schlaglochstraße in Schlangenkurven nach Bassar, einer Stadt mit ca. 30 - 40.000 Einwohnern. Der Bürgermeister und der Gemeindesekretär erwarten uns schon auf der Terrasse des kleinen Hotels.
Nun soll es an die Arbeit gehen. Die Verwaltungsarbeit des Rathauses soll europäischem Standard angeglichen werden. Die Bediensteten werden mir vorgestellt.
Ein Besuch beim örtlich Verantwortlichen für die Wasserversorgung: Der Ort hat keine Abwasserbeseitigung, die Abwässer versickern oder fließen in den Fluss. Doch mit dem Grundwasser gäbe es keine Probleme, man hole es ja aus 100 m Tiefe. Daraufhin noch eine Besichtigung des Marktes. In großen Mengen liegen die Yams-Wurzeln auf dem Boden oder werden in LKWs verladen. Jede wiegt 10 – 15 kg. Sie sind ein wichtiger Bodenschatz des Landes. Man kann sie aber nur örtlich vertreiben. Denn sie stehen in Konkurrenz zu unseren Kartoffeln und zu amerikanischem Mais.
Marktplatz in Bassar




Dann geht es durch die verschiedenen Stände zur Metzgerei. Ein Fleischverkauf in einem Magazin, ohne Wasseranschluss, ohne Kühlraum – und das bei etwa 35 ° Hitze!. 
Metzgerei in Bassar
 

Nach dem Mittagsmahl im Hotel fragt uns ein Medienmann aus der Hauptstadt, ob wir zu einer Rundfahrt mitwollen, Abfahrt in 10 Minuten. Es könnte auch spät werden. Auf der gut ausgebauten Kantonalstraße geht es nordwärts. Doch nach 20 km kommt die Sandpiste und wird wegen der gelegentlich starken Regenfälle immer abenteuerlicher. Sein Ziel, deutsche Vergangenheitszeugen fotografisch zu dokumentieren, erreichen wir heute nicht. Man kennt ein Hotel in der Buschlandschaft. Mein Begleiter sagt, er wolle das Abendessen bestellen. Nach einer Stunde suche ich ihn im Restaurant. Hier gibt es nichts zu essen. Also warten, das ist in Afrika so üblich. Im Dunkeln kommt er mit Yams-Wurzeln und gebratenen Hähnchenteilen. Seine Schwester wohnt in der Nähe und hat für uns gekocht. Yams schmeckt wie Kartoffeln - nicht schlecht.
Am anderen Morgen werde ich um ¼ nach 5 von einem Handy-Anruf geweckt. „Wir fahren bald los“. Um halb stehe ich vor der Türe. Eine Stunde später kommt mein Begleiter mit dem Frühstück: gekochte Yams-Wurzeln und rote Sauce. Man isst mit der rechten Hand; nur diese wird am Tisch in Seife und Wasser gewaschen.  
Die Straßen, nur noch Sandpisten, werden enger. In den Dörfern müssen wir nach dem Weg fragen. Wir werden von Einheimischen begleitet. In einem von Teak-Bäumen überwucherten Gelände finden wir noch ein paar Fundamente des deutschen Stützpunkts. Er wurde 1915 überrannt, und inzwischen hat die Natur alte Sünden fast unsichtbar gemacht. Einige Kilometer weiter. Auch von zwei ehemaligen Deutschen-Friedhöfen ist nichts geblieben. Ein paar Steine kann man schwach erkennen. Sie waren aus dem landesüblichen Lehmmaterial. Trotzdem genießen wir Deutschen in Togo ein hohes Ansehen. Sehr viele Jugendliche lernen auch auf dem Land, wo es Lyceen gibt „Deutsch“.
Noch ein kleiner Abstecher zum Grenz-Fluss zu Ghana. Ein paar Nachen bilden den „kleinen Grenzverkehr“ – z.B. mit Benzin in Kanistern. Das ist in Ghana billiger und wird in Togo flaschenweise an der Straße verkauft.
Benzinverkauf für Motorräder


Zum Mittagessen sind wir beim Präsidenten der Präfektur eingeladen. Durstig und verschwitzt kommen wir um 3 Uhr an. Dort, in einer netten Laube, ein ausgedehntes Mittagessen mit Maniuk-Klößen, fast wie unsere Dampfnudeln. Hier isst man mit den Fingern. Man muss die abgerissenen Brocken in die Sauce tunken und auf einmal schlucken. Die Gastgeber erheitern sich, dass mir das nicht gelingt. Der Durst des Fahrers bei dieser Hitze war zu groß. Es gibt hier ein sehr gutes Bier in 0,6 l-Flaschen. Wir entscheiden uns, nicht nach Hause zu fahren, sondern im „Busch“ zu bleiben. Wir machen nochmals Quartier im Busch-Hotel und, weil es da nichts zum Nachtessen gibt, kehren wir wieder zum Präsidenten zurück. Bald geht im ganzen Dorf das Licht aus. Der Generator wird um ½ 11 Uhr ausgeschaltet. Sparmaßnahmen. 
Der große Sonntag-Markt ist das Ereignis der Region. Kurz nach 7 bringt mein Begleiter Yams-Wurzeln mit Fisch und Soße. Das hat wieder seine Schwester für uns gekocht. Auch Fisch kann man mit Fingern essen. Auf dem Markt versammelt sich jung und alt. Alle kaufen und verkaufen. Die Aussteller lassen sich gerne fotografieren.
Markt für Yams-Wurzeln

Danach geht es nochmals zum Präsidenten. Er leitet die örtliche Bankzweigstelle. Es gibt Maniok-Klöße mit Hähnchenteilen. Dazu Sergheo-Bier, ähnlich wie unser Most, und noch Palmenschnaps. Es bekommt mir alles ausgezeichnet. Die Ehefrau hat gekocht, die Töchter haben serviert; selbstverständlich nie am Tisch Platz genommen. Mit 2tägiger Verspätung kommen wir wieder an unserem Stützpunkt Bassar an.
Haupteinkommen der Stadt Bassar ist die Landwirtschaft, es gibt keine Industrie nur kleine Händler. Der Haushalt der Stadt liegt bei 96.000 € im Jahr. Davon müssen alle Angestellten bezahlt werden. Der Bestverdienende bekommt knapp 100 € mtl.. Es gibt einen sehr ordentlich aufgestellten Haushaltsplan. Die Haupteinnahmen sind Standgelder vom Markt und Gebühren im Standesamtswesen. Diese Einnahmen werden sauber registriert, wie zu alter Zeit bei uns. Aufgaben wie Straßenunterhaltung, Müllbeseitigung, Abwasserbeseitigung oder gar –reinigung werden einfach ignoriert. Der Bürgermeister ist vom Präsidenten eingesetzt, die Gemeinderäte sind krank, weggezogen oder verstorben: Es tagt kein Gemeinderat. Auch der Gemeindesekretär ist vom Staat delegiert. Das Rathaus hat einen einzigen PC mit einem mangelhaften Internet-Anschluss; die Einwohner sind dort gar nicht registriert.



Im technischen Bereich werden Lagepläne für Grundstücksverkäufe gezeichnet, aber es gibt kein Kataster oder Grundstücksregister. Es ist schlicht kein Geld da und da will niemand eine überplanmäßige Ausgabe riskieren. Es gibt 2 Lyceen (Gymnasien – Oberstufe 11 - 13) mit je etwa 1200 Schülern und 29 Lehrern. In einer Klasse sitzen bis zu 100 Schüler. Jedes Jahr gehen ca. 800 Abiturienten von diesen Schulen ab – und finden hier keinen Job. Alle wollen zum Studieren in die Hauptstadt Lomé.
Dabei kommen immer mehr Schüler nach, Ca. 1000 Geburten jedes Jahr. Das gibt im Durchschnitt 140 – 160 neue Familien jährlich und in der Folge Bauplatznachfrage, Abwasser- und Abfallprobleme. Ich habe das in meinem Bericht an den Bürgermeister notiert. Er versprach, ihn zu lesen. Diskutieren wollte er nicht. Augen zu und durch. Nächstes Jahr sollen Wahlen sein. Danach die Sintflut!


Sogar der Minister kommt zu einer öffentlichen Versammlung nach Bassar und schwärmt für Tourismus. Doch das Niveau ist äußerst niedrig. Wer will durch metertiefe Fahrplanverwerfungen zu den doch interessanten Hochöfen des 18. Jahrhunderts kommen? Schon die Fahrt mit dem Motorrad war abenteuerlich. Die Herbergen haben nur einfaches Niveau.
Hist. Hochöfen




Das eigentliche Ziel, die Administration zu beraten und zu optimieren lässt sich schwer verwirklichen. Es fehlen grundlegende Voraussetzungen, ordentliche Schreibtische, Aktenordner, Schränke, EDV- und Telefonanlage sowie die rechtlichen Grundlagen, nämlich Zuständigkeit der Gemeinden, des Gemeinderats und des Bürgermeisters sowie das Geld. Alles wird nach den nächsten Wahlen in einem Jahr verschoben.
Ich reise wieder in die Hauptstadt Lomé zurück. Auch diese ist ein Riesendorf. Man lebt auch hier von eigenen Erzeugnissen und dem Kleinhandel. Es sind freundliche, kräftige, gut genährte und sehr religiöse Menschen, denn das Land bietet genügend Erzeugnisse. Wasser ist hier kein Problem, eher das rasche Wachstum. Nur die Hauptstraßen sind befestigt und voll Motorradverkehr. Man weicht auf die abenteuerlichen Nebenstraßen aus. An höheren Gebäuden findet man nur ein paar Banken und das Ibis-Hotel.
Bruchstückhaft gibt es noch die gusseiserne Pier aus dem Dt. Kaiserreich. Dort haben noch ein paar Wohnsitzlose Platz gefunden. Im Osten der Stadt gibt es eine Zementfabrik: Heidelberger Zement! Mit der letzten, der aus dem Dt. Kaiserreich stammenden Eisenbahn wird Phosphat zum Hafen befördert.  
In Lomé habe ich noch ein Kommunalservicebüro mit jungen Leuten zu trainieren. Sie interessieren sich für Bebauungspläne, Abwassersysteme, Biogasanlagen und das EDV-System. Es gibt noch ein paar Gespräche über Gesetzgebung und Gemeindeverfassung. Die Ausbildung ist schon gut organisiert, aber es fehlt an Arbeitsplätzen für die Jugend der ca. 7 Mill. Einwohner.
Fachhochschule in Lomé


Ghana
Dann geht es weiter nach Accra (Ghana). Aber der Weiterflug von dort funktioniert nicht. 3 Stunden warten, dann in ein wunderschönes Hotel: die Piloten streiken. Zunächst Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Prunkbauten, die der frühere Präsident Nkrumah, erstellen ließ. 2. Tag, wieder ein Versuch, stundenlanges Warten – zurück ins Hotel. Am Hotel-Pool konnte man baden, im Hotel deutsche Weihnachtslieder hören! Am 3. Tag nachts weiter nach Johannesburg und dann nach Lusaka in Sambia.
Flagstaff-House: Sitz des Präsidenten


Sambia
Dort wurde ich auf die Farm abgeholt. Um die Farm, der ursprünglich englischen Siedler, herum ist es paradiesisch schön, doch 1 Stunde Fahrzeit zur Hauptstadt. Es lässt sich gut leben. Preiswerte schwarze Mitarbeiter. Die Farm hat 440 ha, 200 Rinder. Sambia war Protektorat der Engländer und hat ca. 13 Mill. Einwohner. Hier wird Englisch gesprochen.
Eine schweizer Familie will sich auf der Farm ansiedeln. Man bohrt für sie nach Wasser. Nach wenigen Stunden findet man es in ca. 20 m Tiefe. Die Hauptstadt Lusaka hat einen Stadtkern, afrikanisch geprägt, außen herum sogar Villen-Viertel, Einkaufszentrum, gute Schulen. Durch den Streik ist mein Aufenthalt beschnitten. Es reicht nicht mehr zu den Viktoria-Wasserfällen.
Bei Lusaka wird ein riesiges Stadion gebaut. Planung und Ausführung durch die Chinesen. Als Gegenleistung erhalten Sie Lieferrechte für Kupfererz. Man könnte meinen, es gäbe keine wichtigere Investition!
Neues Stadion in Lusaka




Über Windhoek geht es nach Kapstadt weiter. 
 
Südafrika
Von Kapstadt bin ich überrascht. Eine wunderbar gelegene, saubere Stadt mit ca. 3,5 Mill. Einwohner. Viele Gebäude, auch moderne, im viktorianischen Stil. Die Hafenanlagen, in anderen Städten schmutzig, laden hier zum Bummeln ein. Das Kreuzfahrtschiff „Deutschland“ hat angelegt und überschwemmt die Stadt mit Touristen. Entsprechend ist auch viel Stimmung in den vielen Restaurants. Ich möchte gerne mit der Seilbahn auf den Tafelberg fahren: Heute hat es zuviel Wind. Ich entschließe mich eine Bergtour zu machen. Es hat zwar ca. 30 ° C Wärme; aber warten wollte ich ja auch nicht. Nach etwas über 2 Stunden war ich oben (1086 m) und durfte eine herrliche Aussicht genießen. Natürlich gehört auch eine Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung dazu. Es liegt in einem wunderschönen Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen. 650 Wracks haben sich im Laufe der Jahrhunderte um das Kap versammelt!
Dann noch eine Fahrt in das Weinbaugebiet. Hauptsächlich französische Hugenotten haben hier saubere Güter und gepflegte Weine begründet. Schwarze Sommeliers erklären den Wein – köstlich.
Botan. Garten mit Tafelberg



Ein Besuch im botanischen Park rundet das Bild ab. Uralte afrikanische Bäume in wunderbarer Landschaft. Kapstadt hat zwar kaum Hochhäuser, kann aber mit New York konkurrieren! Der Nachtflug bringt mich nach 6 Wochen in das verschneite Deutschland zurück.
Walter




























Samstag, 7. Januar 2012

Bundespräsident

Rücktritt des Bundespräsidenten? - Abschaffung des Amtes!

Immer wieder Bundespräsident. Das hört wohl erst auf, wenn ein neuer Skandal aktuell ist. Ob man deshalb weiter an seinem Sitz sägen sollte, ist fragwürdig und unangemessen.

Es erhebt sich doch jetzt eher die Frage, soll man ihn nicht in Ruhe im Amt lassen und dann die Gelegenheit wahrnehmen, dieses überflüssige Amt abzuschaffen.

Man sagt der Präsident wäre nur nötig, um den Staat zu repräsentieren, Gesetze zu unterzeichnen und Hände zu schütteln. Dazu haben wir ja den/die BundeskanzlerIn. Gesetze unterzeichnen kann der Parlamentspräsident und überprüfen tut es sowieso die EG in Brüssel. Also sparen wir uns doch diesen Aufwand!

Freitag, 23. Dezember 2011

Nikolaus 2011

Das ist eine moderne Weihnachtsgeschichte:

Alles war im Euro-Garten wohlgeordnet. Jede Vogelfamilie hatte ihren eigenen Baum, drum herum Wiesen und Felder, manche hatte einen Bach oder gar einen See mit Vogelinseln.

Alte Streitigkeiten waren längst vergessen. Alles gab es in Hülle und Fülle. Die Sperlinge besaßen den mittleren Baum, sie fraßen recht viel und düngten damit ihren Baum. Der wuchs und wuchs. Die Sperlinge waren recht fleißig und bauten immer noch schönere und größere Nester. Die auf der Sonnenseite waren ganz friedlich, aber die, die auf der kalten Nordseite wohnten, waren manchmal auf die südlichen etwas neidisch. Sie wurden von den Nordlichtern etwas verächtlich nur die "Spatzen" genannt. Von dem vielen Samen auf den Feldern horteten sie große Mengen und alle wurden fetter und fetter.

Das merkten auch die andren Vögel und wurden recht neidisch.

Die Hähne vom benachbarten Baum machten ganz große Augen, ihr Kamm schwoll an und ihr oberster Gockeler schmeichelte: ach ihr Sperlinge, lasst uns doch gemeinsame Sache machen und die Felder zusammen abernten. An Dünger fehlte es nicht, so wurden beide immer reicher.

Das merkten natürlich auch die Paradiesvögel aus dem warmen Süden. Sie hatten einen potenten Pfau als Boss, der die anderen Vögel, vor allem so manche Schwalben, vor allem die vom Bordstein, gewaltig beeindruckte. Und so durften auch sie an der gemeinsamen Ernte mitmachen.

Das fiel wiederum den heiligen Ibisen aus den Tempelstädten im heißen Süden auf. Sie waren hervorragende Picker und hatten die Gegend systematisch beschissen. Bald meinten sie, dass sie doch mehr höheren Zielen nacheifern sollten, denn die einfachen Arbeiten sollen doch diejenigen machen, wo es nicht so heiß ist, dass man bei der Arbeit schwitzen müßte. Sie beteten lieber in ihren Tempeln, vor allem aber an den Gestaden des Meeresgottes in der Sonne. Auf ihren eigenen Feldern wuchs aber immer weniger, so dass sie einfach immer wieder Ausflüge auf die fremden Felder machten.

Und dann waren noch die Kakadus. Mit zackigem Temperament tanzten sie Flamenco und unterhielten alle Mitvögel. Ihnen war ihr bescheidenes Nest auch nicht mehr gut genug. Es wurde geplant, gebaut, viel unnötiges Schnickschnack. Villen, Straßen, Landebahnen schafften sich die schönen Tänzer auf Kosten der anderen an. In der Zwischenzeit ist vieles nicht für die Vögel, sondern für die Katz.

Das zog sich und zog sich. Niemand wollte mit all den stolzen Machos streiten. Aber als die ganze Kacke so richtig am Dampfen war und schon zum Himmel stank, schaute der Pfau erst mal nach wie es mit Vögeln steht (Vögeln natürlich groß geschrieben). Prächtig stellte er sein Rad und sonstiges und das war nicht ohne Wirkung. Bunga Bunga war jetzt sein Hauptinteresse. Seine Paradiesvögel bekamen glänzende Augen, und das hatte Wirkung auf ihre Artgenossen. Bei solch tollen Vorbildern verzichteten sie ebenfalls auf harte Arbeit und vergnügten sich lieber, und schauten nach den Vorräten der biederen Sperlinge.

Eine Menge der schönen Nester und viele der tollen Dinge sind wie gesagt für die Katz. Nester bieiben leer und kein Vogel könnte sie sich leisten. Aber wer soll das bezahlen? Natürlich die Spatzen. Da waren sich alle schnell einig. Diese kriegten schon einen dicken Kropf. Keiner wagte was zu sagen.

Endlich fand sich da ein grauer Spatz, ganz unscheinbar, etwas klein aber besonnen. Der muckte es der ganzen bunten Vogelschar, dass denen das Fliegen verging. Sie beschimpften ihn "Du frecher Spatz, du Dreckspatz".

Aber da kamen sie an die Richtige, denn es war eine Sperlingsfrau. Die ließ vielleicht die großen Vögel tanzen, bis denen Hören und Sehen verging. Alle mussten stramm stehen und es wurde festgelegt, dass keiner mehr aus einem fremden Topf picken darf. Die Vogelfrau war die Tugendhafte, "Die Königin der Nacht" wurde sie genannt, weil sie nächtelang die Machos bearbeitete. Alles wurde protokolliert. Aber alles war nur auf vergängliche Blätter gekraxelt, mit Vogelklauen.

Und was geht mich mein Gekrächze von gestern an. Schon bald ging es wieder los mit dem Picken aus dem fremden Acker.

Und unversehens hatten die feinen Machos die kleine Vogelfrau noch kräftig gerupft. Da ging das Gekreische im Spatzen-Baum wieder los. Wer sorgt jetzt für das Futter für all die Schmarotzer. Die unteren Spatzen sollten die Zeche zahlen. Ein paar ganz Böse fingen sogar mit gegenseitigem Hacken an.

Auch auf den anderen Bäumen gab es furchtbares Geschrei. Manche wollten ja wirklich etwas kleinere Sprünge machen und nur noch Senfsamen fressen. Aber die meisten wollten wieder ihre dicken Nüsse und Maden. Viele mussten sich mit der Rinde begnügen, wie der Specht. Aber was kam da heraus: Harz, das schmeckte überhaupt keinem.

Schon hörte man es über ihren Köpfen rauschen. Das war die Geierfamilie. Sie kreiste immer öfter und tiefer und der oberste Pleitegeier holte sich schon mal einen um den anderen Vogel. Sie wollten vor allem die fetten Paradiesvögel packen, aber die waren wendig und aalglatt. Da packten sie halt wieder die Spatzen.

Man fragte bei den Kranichen aus dem Fernen Osten an, ob sie nicht was in den Futtertrog werfen könnten. Natülich sagten die, abe wie wolle Acke und Wiese mit Baume kliegen.

Da waren die Vögel entsetzt.

Viele Vogelfrauen von den meisten Bäumen beklagten sich, dass sie die Jungen nicht mehr füttern könnten, wenn die großen Frechen alles wegfressen. Die hatten jetzt den Schnabel voll Wut. Zuerst rasten sie noch über die Schloss- und Paradeplätze. Dann aber beschlossen sie allesamt, wir legen keine Eier mehr. Aber nicht nur das, sie zwangen die Vogelmänner endlich Ordnung zu schaffen und nicht ewig nur rumzuzwitschern und zu palavern. Beschlossen: Ab sofort gibt’s keine Turtlerei mehr.

Zuerst gab es ein Riesengekreische. Aber mit der Zeit wurde es ruhiger und ruhiger, die Männer kleiner und kleiner. Feierabend. Kalte Küche mit Schneegestöber. Die ganze Stimmung war weg. Die Vogelfrauen waren frustriert, die Männer beschäftigten sich mit alten, angegorenen Früchten, die sie schnell selig machten ließen, das sie erst recht alle Arbeit und Sorgen vergaßen. Außer den Spatzen arbeitete niemand mehr und die Vorräte gingen zur Neige.

Da kamen die großen Geier auf eine tolle Idee: Es gibt noch genügend Körner und Maden. Es braucht nur jeder einen Schein bekritzeln und er bekommt aus dem großen Vorrat, den die Geier bei den Wölfen entdeckt haben. Allerdings muss man das später wieder zurückbringen.

Aber da ging was ab. Einer nach dem anderen flog nicht mehr nach Afrika sonder zu den Geiern hinterm Ural. Sie bekritzelten und waren glücklich.

Doch irgendeinmal wollten auch die Wölfe etwas zurück haben, und zwar mit Zins und Zinseszins. Da kamen die Geier in große Verlegenheit: Wir wollen jeden Tag eine gute Mahlzeit, sonst werfen wir jeden Tag einen Eurer Bäume um. Da blieb den Geiern nichts anderes übrig, als zu kreisen und jeden Tag fingen sie ein Huhn, oder mal eine Ente oder sogar eine Gans schnappten sie und brachten sie den Wölfen.

Da wurde es ganz stille im Wald. Alle Gesänge verstummten. Todesangst ging um. Es gab nur noch leises, eintöniges Piepen.

Und ständig schwebten die schwarzen Pleitegeier über den Bäumen und holten immer wieder ein Opfer.

Ja, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wie sie ausgeht. Ich weiß es nicht.

Ja, drum frag ich Euch. Da brauch ich Euren Rat. Wer hat eine Antwort

Mittwoch, 6. Februar 2008

Universum

Das ist ein sehr umfassender Begriff, den ich diesem Blog als Überschrift gegeben habe. Aber schließlich ist das Universum so groß und weit, dass ich meine, auch unsere Gedanken sollten so groß und weit sein. Vor allem sollten sie nicht eingeschränkt sein, oder eingeschränkt werden. Das schlimmste sind doch die Einschränkungen durch Vorurteile oder alte Handlungsweisen "das hat man schon immer so gemacht". Ja, warum soll man es nicht mal anders machen, wenn das mehr Erfolg verspricht?

Donnerstag, 1. November 2007